Allmächtig beim Fordern, ohnmächtig beim Leisten
Der Staat ist immer da.
Wenn er Geld will.
Wenn er Formulare will.
Wenn er Fristen setzt.
Wenn er Bußgelder verschickt.
Wenn er kontrolliert.
Wenn er verbietet.
Wenn er genehmigt.
Wenn er dir erklärt, was du darfst und was nicht.
Aber wehe, man braucht ihn tatsächlich.
Dann ist plötzlich niemand zuständig.
Dann ist das System überlastet.
Dann fehlen Kapazitäten.
Dann dauert die Bearbeitung leider länger.
Dann gibt es technische Störungen.
Dann ist die Behörde telefonisch nicht erreichbar.
Dann wurde die Akte verlegt.
Dann muss erst geprüft werden.
Dann kommt ein Schreiben in sechs bis acht Wochen.
Und wenn der Schaden längst entstanden ist, erklärt dir irgendein Amt mit toter Stimme, dass man dein Anliegen leider nicht nachvollziehen könne.
Das ist der wahre Charakter des Staates:
Allmächtig beim Fordern.
Ohnmächtig beim Leisten.
Schnell beim Kassieren.
Langsam beim Helfen.
Unerbittlich gegenüber dem Bürger.
Nachsichtig mit sich selbst.
Der Staat verkauft sich als Schutzmacht.
In der Realität ist er nur dann zuverlässig, wenn er etwas von dir will.