Staat & Freiheit

Der Denkfehler des Etatisten

14. Juli 2026 · 1 Min ·gandalf
Der Denkfehler des Etatisten

Eine der auffälligsten psychologischen Selbsttäuschungen moderner Etatisten besteht darin, immer mehr staatliche Kontrolle zu fordern und sich später über autoritäre Entwicklungen zu empören, als hätten beide Dinge nichts miteinander zu tun.

Viele Menschen wollen, dass Regierungen Preise, Löhne, Gewinne, Industrie, Wissenschaft, Gesundheit, Bildung, Medien, Kunst und öffentliche Debatten steuern, überwachen oder regulieren. Was sie nicht wollen, zumindest in ihrer Selbsterzählung, ist eine Diktatur.

Genau darin liegt der Widerspruch. Wer politische Macht auf immer mehr Lebensbereiche ausdehnen will, schafft die strukturellen Voraussetzungen für autoritäre Herrschaft. Nicht jede Intervention ist bereits Diktatur. Aber eine Gesellschaft, die zentrale Kontrolle normalisiert, bereitet die Werkzeuge vor, mit denen Diktatur jederzeit härter und umfassender werden kann.

Die spätere Empörung lautet dann oft sinngemäß: Ich wollte doch nur mehr Steuerung, mehr Zuständigkeit, mehr Eingriffe, mehr Durchgriff. Nicht aber, dass derselbe Apparat diese Macht auch tatsächlich konsequent nutzt.

Doch genau das ist der Denkfehler. Wer die Werkzeuge der Fremdsteuerung legitimiert, kann sich nicht glaubwürdig davon distanzieren, wenn sie irgendwann gegen Freiheit, Abweichung und Eigenständigkeit eingesetzt werden.

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